Fidele Dörp: Musik in St. Augustinus

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30 Jahre „Musik in St. Augustinus“

Musik verbindet Konfessionen

von Wolf-Dieter Rennecke

Ökumenisches Konzert am 25. November 2018 in der Ricklinger St.-Augustinus-Kirche

Dass der Chor der katholischen Hauptkirche St. Clemens in einem Konzert an der katholischen St.-Augustinus-Kirche auftritt, ist im Grunde nichts Außergewöhnliches. Wohl aber, dass dabei auch der Kantor der evangelischen Hauptkirche, der Marktkirche, als Solist und Chorbegleiter an der Orgel mitwirkt. Und noch ungewöhnlicher ist, dass die beiden Hauptgeistlichen von Stadt und Region dabei sind. Regionaldechant Propst Martin Tenge, Schirmherr der Konzertreihe „30 Jahre Musik in St. Augustinus“, begrüßte seinen Amtsbruder, Stadtsuperintendent Hans Martin Heinemann, denn auch in brüderlicher Geste.


Propst Martin Tenge (m.) im Gespräch mit Stadtsuperintendent Hans Martin Heinemann (r.), neben Beszirksbürgermeister Andreas Markurth (l.)

Der Leiter der Konzertreihe, Organist Winfried Dahn, hatte den Stadtsuperintendenten als Gesprächspartner zum einführenden „Talk im Turm“ (der allerdings nicht draußen stattfand, sondern im Kirchenschiff) gewonnen. Auf Dahns Frage nach der Ökumene äußerte Heinemann, dies müse sowohl von oben als von unten geschehen, am lebendigsten aber auf örtlicher und regionaler Ebene, wie es hier bei uns praktiziert werde. Die Kirchen als bedeutsame Kulturträger könnten im Übrigen einen wertvollen Beitrag leisten für das angestrebte Image Hannovers als Kulturhauptstadt.

Winfried Dahn hatte die Konzertreihe unter das Thema „30 Jahre Kirchenmusik – Tradition und Moderne“ gestellt. Den Rahmen bildeten als Vertretung der Moderne die Missa brevis des 1959 geborenen niederländischen Komponisten Jacob de Haan und andererseits der Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ von Johann Sebastian Bach. Im Mittelpunkt aber standen Chorauszüge aus dem Oratorium „Paulus“ des Romantikers Felix Mendelssohn Bartholdy. Marktkirchen-Kantor Ulfert Smidt eröffnete das Konzert mit Präludium und Fuge c-Moll op. 37.1 von Mendelssohn. Er bewies nicht nur bei diesem Werk, dass er auch die ihm fremde Lobback-Orgel meisterhaft beherrscht.

Der Propsteichor St. Clemens mit Leiter Nico Miller auf der Orgelempore
Der Propsteichor St. Clemens mit Leiter Nico Miller auf der Orgelempore

Die Missa brevis von de Haan ist eigentlich für Chor und Bläser konzipiert. In der Besetzung mit Chor und Orgel wirkte sie eher unspektakulär. Nico Miller, Leiter des Propsteichores, dirigierte in harmonischer Abstimmung mit dem Organisten den Chor, den er einfühlsam und ausdrucksstark den liturgischen und textlichen Anforderungen entsprechend gut modulierend führte. Er hat den Chor innerhalb von fünf Jahren zu einem beachtlichen Niveau geführt.

Der Bach-Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ wird oft an der Schwelle zwischen Ende des Kirchenjahres und Anfang des neuen gespielt. Hier hatte dieser Choral außerdem einen direkten Bezug zu dem Chorpart „Wachet auf“ aus dem Paulus-Oratorium. Das Oratorium, im Ganzen besetzt mit Solisten, Chor und Orchester, stellt die Wandlung des christenverfolgenden Saulus zum glühenden Christus-Anhänger Paulus dar. Eindrucksvoll der Chorpart „ Mache dich auf, werde Licht“, der auf die Bekehrungsszene folgt.

Propst Martin Tenge, Nico Miller, Ulfert Smidt und Winfried Dahn (v.l.)
Propst Martin Tenge, Nico Miller, Ulfert Smidt und Winfried Dahn (v.l.)

Nico Miller fasste den Part forsch an, und in den dunkel beginnenden, heller und lauter werdenden Orgeltönen wurde das Lichterwerden hörbar. Im Schlusschor „Nicht aber ihm allein, sondern allen“ entfalteten Chor und Orgel eine sich steigernde Dynamik. Zu den Worten „Lobe den Herrn, meine Seele, und alles, was in mir ist, seinen heiligen Namen“ wurden Tempo und Intensität zu einem strahlenden Finale gesteigert.

Winfried Dahn dankt allen Aktueren
Winfried Dahn dankt allen Aktueren

Unter wohlverdientem Beifall versammelten sich die Mitwirkenden zum Schluss zum „Gruppenbild mit geistlichen Häuptern“ und dem zufriedenen Leiter der Konzertreihe Winfried Dahn. Denn das gut besuchte Konzert war ein gelungenes ökumenisches Event.

Wolf-Dieter Rennecke

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Artikel: Wolf-Dieter Rennecke
Fotos: Jürgen Riechers
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