Fidele Dörp: St. Augustinus / Ricklingen

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Weltmeisterliches Konzert in St. Augustinus

Improvisationen der Nationalhymnen der europäischen Fußball-Weltmeister 2026 auf der Lobback-Orgel
Vor 20 Jahren gab es bereits ein solches außergewöhnliches Konzert zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in St. Augustinus: Prof. Wolfgang Seifen improvisierte über die Nationalhymnen der damaligen Fußball-Weltmeister. Diese Idee wurde zur in 2026 aufgegriffen und weiterentwickelt. Im Mittelpunkt standen diesmal die Nationalhymnen der fünf europäischen Fußball-Weltmeister.

Mit dem Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wurde die Lobback-Orgel in St. Augustinus erneut zum Mittelpunkt einer außergewöhnlichen Konzertveranstaltung. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt das Benefizkonzert durch das Interview von Stefan Arndt mit Prof. Thomas Lennartz in der HAZ am Vortag. Dadurch fanden zahlreiche neue Besucherinnen und Besucher den Weg in die St.-Augustinus-Kirche.

Den festlichen Auftakt bildete eine eindrucksvolle Ouvertüre mit den Nationalhymnen der Gastgeberländer USA, Kanada und Mexiko. Am Spieltisch der Lobback-Orgel begeisterte Prof. Thomas Lennartz, Professor für Orgelimprovisation an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig und Direktor des Kirchenmusikalischen Instituts, mit seiner beeindruckenden Improvisationskunst.

Prof. Thomas Lennartz (l.) wird von Winfried Dahn begrüßt (Foto: Michael Galle)
Prof. Thomas Lennartz (l.) wird von Winfried Dahn begrüßt

Nach der Begrüßung durch Winfried Dahn, Gründer und Leiter der Reihe „Musik in St. Augustinus“, erklangen zunächst Improvisationen über die Nationalhymnen Englands und Spaniens – vollständig frei und ohne Notenvorlage.

Im zweiten Konzertteil folgten die Nationalhymnen Frankreichs, Italiens und Deutschlands. Mit virtuoser Technik, stilistischer Vielfalt und fantasievollen Registrierungen schöpfte Prof. Lennartz die klanglichen Möglichkeiten der Lobback-Orgel eindrucksvoll aus.

Den glanzvollen Abschluss bildete eine symphonische Improvisation über die Europa-Hymne von Ludwig van Beethoven. Das Publikum stimmte begeistert in den Schlusschor ein und setzte damit ein hörbares Zeichen für Frieden in Europa.

Der langanhaltende Applaus mit Standing Ovations war der verdiente Dank für einen außergewöhnlichen Konzertabend.

Diakoniepastor Friedhelm Feldkamp und Propst Wolfgang Semmet (v.l. / Foto: Michael Galle)
Diakoniepastor Friedhelm Feldkamp und Propst Wolfgang Semmet (v.l.)

Das Konzert hatte zugleich einen sozialen Schwerpunkt. Unter dem Leitgedanken „Tue Gutes, spende und rede darüber!“ kamen bei der Benefizveranstaltung 1.500 Euro für die Ökumenische Essenausgabe in Hannover zusammen. Die Spende konnte den beiden Schirmherren, Propst Wolfgang Semmet und Diakoniepastor Friedhelm Feldkamp, vom Kirchenvorstand St. Augustinus übergeben werden.

Spendenübergabe an die beiden Schirmherre (Foto: Michael Galle)
Spendenübergabe an die beiden Schirmherren

Zuvor hatte Bürgermeister Thomas Klapproth in Vertretung des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Hannover ein Grußwort gesprochen. Grußbotschaften der Stiftung Edelhof Ricklingen als Förderin des Konzerts sowie der Propsteikirche St. Trinitatis Leipzig im Rahmen der Städtepartnerschaft Hannover–Leipzig wurden von den beiden Schirmherren verlesen.

In der ersten Reihe beim Improvisationskonzert (Foto: Michael Galle)
In der erste Reihe: Winfried Dahn, Propst Wolfgang Semmet, Ehepaar Klapproth, Diakoniepastor Friedhelm Feldkamp, Pastor Roland Herrmann, Christian Weske und Herbert Stürwold (v.l.)

Zum Abschluss überreichte Winfried Dahn Bürgermeister Thomas Klapproth, den beiden Schirmherren sowie Prof. Thomas Lennartz als Dank das Buch „Mose – Wüstenlektionen zum Aufbrechen“ von Bischof Dr. Heiner Wilmer. Eine besondere Überraschung war die persönliche Widmung, die der Bischof eigens am Tag der Benefizveranstaltung in jedes Buch geschrieben hatte. Prof. Thomas Lennartz erhielt darüber hinaus als Erinnerung die HAZ-Ausgabe vom 11. Juni 2026 mit seinem großen Interview.

Mit einer herzlichen Begegnung in der St.-Augustinus-Kirche, die von der Kolpingfamilie Ricklingen engagiert gestaltet wurde, klang dieser weltmeisterliche Konzertabend aus.

Ein herzlicher Dank gilt allen Besucherinnen und Besuchern, den Mitwirkenden, den Förderern sowie dem gesamten Konzertteam von St. Augustinus.

Winfried Dahn
Seniororganist an St. Augustinus
Gründer und Leiter der Reihe „Musik in St. Augustinus“

Herbert Stürwold (KV), Propst Wolfgang Semmet, Prof. Tomas Lennartz, Diakoniepastor Friedhelm Feldkamp, Christian Weske (KV) und Winfried Dahn (v.r./Foto: Michael Galle)
Herbert Stürwold (KV), Propst Wolfgang Semmet, Prof. Tomas Lennartz, Diakoniepastor Friedhelm Feldkamp, Christian Weske (KV) und Winfried Dahn (v.r.)

Grußworte

Bürgermeister Thomas Klapproth in Vertretung des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Hannover

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste aus nah und fern,
im Namen der Landeshauptstadt und des Oberbürgermeisters begrüße ich Sie alle herzlich.

Bürgermeister Thomas Klapproth (Foto: Michael Galle)
Bürgermeister Thomas Klapproth

Wenn die Welt in diesen Wochen gebannt auf die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko blickt, dann zeigt Hannover, dass sportliche Begeisterung und kultureller Anspruch keine Gegensätze sind. Dieser Abend in St. Augustinus ist dafür ein lebendiger Beweis: Hier begegnen sich Fußball und Musik, Volkskultur und Hochkunst, Gemeinschaft und Weltoffenheit – auf einer Orgelempore in Ricklingen, die längst weit über Hannover hinaus bekannt ist: Vor 35 Jahren wurde die Lobback-Orgel in St. Augustinus geweiht. Was damals als Aufbruch begann, ist heute ein festes Kapitel in der Musikgeschichte unserer Stadt. Die Orgel trägt den Namen ihres Erbauers, des Orgelbauers Lobback, und sie ist ein handwerkliches wie klangliches Meisterwerk. Doch ihre Bedeutung erschöpft sich nicht im Instrument selbst, sie liegt vor allem in dem, was auf ihr gespielt, erprobt und erlebt wurde. Die Landeshauptstadt Hannover ist über zwei Jahrzehnten innerhalb der Reihe „Musik in St. Augustinus“ vertreten und die Veranstaltungen in der Konzertreihe im Projekt „City of Music Hannover“ von Beginn an mit dabei. Das unterstreicht, dass die Lobback-Orgel ist nicht das Instrument eines einzelnen Stadtteils ist: Sie ist ein kulturelles Erbe der gesamten Stadt. Sie steht für den Anspruch, dass Weltklassemusik nicht nur in Konzertsälen der Innenstadt erklingen soll, sondern mitten im Leben der Menschen, in einem Kirchenraum, der offen ist für alle. Das passt hervorragend zu unserer Stadt.

Was die Konzertreihe „Musik in St. Augustinus" von Beginn an ausgezeichnet hat, ist ihre konsequente Internationalität. Gastorganist*innen aus ganz Europa haben hier gespielt – aus St. Petersburg und Wien, aus Paris und anderen Musikmetropolen des Kontinents. Namen, die in den großen Kathedralen und Konzertsälen Europas zuhause sind, haben den Weg nach Ricklingen gefunden. Das ist bemerkenswert, denn es bedeutet: Hannover muss sich nicht hinter den großen Musikstädten Europas verstecken. Nicht umsonst tragen wir schließlich den Titel „UNESCO City of Music“. Hier kommen künstlerische Exzellenz und persönliche Begegnung zusammen. Die Gastorganist*innen kommen aber nicht nur wegen der Orgel: sie kommen wegen des Publikums, wegen der Atmosphäre, wegen einer Konzertreihe, die mit echtem Herzblut gestaltet wird.

Die Reihe „Musik in St. Augustinus" war von Anfang an mehr als ein Konzertprogramm. Sie war und ist ein Statement: Musik verbindet, wo Worte trennen. Sie öffnet Türen zwischen Konfessionen, Kulturen und Generationen. Ökumene bedeutet hier nicht Kompromiss, sondern Bereicherung und die Freude, gemeinsam etwas zu gestalten, das größer ist als die eigene Gemeinschaft. Herausragende Projekte haben diesen Anspruch immer wieder eingelöst: Das Projekt BACH 2000, bei dem zur Weltausstellung das gesamte Orgelwerk Johann Sebastian Bachs an neun Abenden erklang. Oder die Aufführung einer Bruckner-Sinfonie zum Evangelischen Kirchentag 2025, bei der die Orgel von St. Augustinus zum Mittelpunkt eines besonderen Klangerlebnisses wurde. Diese Beispiele zeigen: Hier denkt man nicht in Grenzen, sondern in Möglichkeiten. Und genau dieser Geist trägt auch das heutige Konzert: Die Nationalhymnen europäischer Fußball-Weltmeister erklingen in freier Improvisation – Musik, die Länder und Menschen verbindet, gipfelnd in der Europa-Hymne als gemeinsamem Bekenntnis.

Es gehört zur DNA dieser Konzertreihe, dass Kultur nicht im luftleeren Raum stattfindet, sondern, dass auch immer die Solidarität ein wichtiger Punkt ist. Das heutige Benefizkonzert zugunsten der Ökumenischen Essenausgabe in Hannover macht das deutlich sichtbar. Die Ökumenische Essenausgabe ist für viele von Armut betroffene Menschen – insbesondere für Wohnungslose – eine unverzichtbare Anlaufstelle. Hinter jeder dieser Mahlzeiten steckt ein Mensch, dem geholfen wird. Sie alle leisten heute einen konkreten Beitrag dazu, dass dieses Angebot weiterhin bestehen kann. Das ist der tiefere Sinn dieses Abends: Nicht nur zuhören, sondern auch handeln. Nicht nur genießen, sondern auch geben. Danke im Namen der Landeshauptstadt an alle, die sich Engagieren!

Erleben Sie heute Abend, was Hannover ausmacht: Vielfalt, Weltoffenheit, Zusammenhalt und die Überzeugung, dass Kultur das Beste in uns zum Vorschein bringt. Ich wünsche Ihnen nun ein unvergessliches Konzert und einen weiterhin angenehmen Abend.

 (Foto: Michael Galle)

Stiftung Edelhof Ricklingen als Förderin des Konzerts

Liebe Fußballbegeisterte, liebe Konzertbesucher und -besucherinnen,
wie schön, dass Sie heute Abend nach Oberricklingen in diese Kirche gekommen sind, um die gestern gestartete Fußball-WM nicht nur sportlich, sondern auch musikalisch zu feiern!
Unsere Gedanken fiebern nicht nur in den USA, Kanada und Mexiko mit den Teams, sondern wandern als internationaler Brückenbauer auch in andere Städte wie z.B. Paris Wien oder St. Petersburg, denn großartige, dort lebende Organisten hat die Reihe „Musik in St. Augustinus“ an die berühmten Lobback-Orgel musikalisch geführt. Frei nach dem Motto: „Bist Du in Ricklingen, bist Du in Europa“.
Wir alle wissen, dass Musik verbindet, egal welcher Religion man angehört – jeder ist also herzlich eingeladen, diesen Abend in Gemeinschaft in diesem Gotteshaus zu verbringen!
Die Stiftung Edelhof Ricklingen freut sich, Teil dieses außergewöhnlichen Projekts zu sein.
Freuen Sie sich auf spannenden Turniere, genießen Sie die Gemeinschaft, genießen Sie die Musik!

>Herzliche Grüße,
Max und Charlotte v. Klitzing
Stiftung Edelhof Ricklingen

 (Foto: Michael Galle)

Propsteikirche St. Trinitatis Leipzig im Rahmen der Städtepartnerschaft Hannover–Leipzig

Liebe Hannoveranerinnen und Hannoveraner,
Liebe Fußball- und Orgelbegeisterte!

Als ich von dieser Symphonischen und freien Orgelimprovisation zu Nationalhymnen der europäischen Fußballweltmeister in Hannover hörte und das Thomas Lennartz spielt, war ich sofort hell auf begeistert.
Professor Thomas Lennartz ist regelmäßig mit Orgelstudenten in unserer Leipziger Popstei-Kirche an der Orgel und hat auch unsere Gottesdienste schon oft bereichert.
Und was für eine geniale Idee, aus Anlass der Fußball WM einmal Improvisationen zu den Nationalhymnen der europäischen Fußballweltmeister an einer Orgel zum Klingen zu bringen!
Als mich Propst Semmet zu diesem Konzert einlud, war ich begeistert. Aber beim Blick in meinen Kalender war schnell klar, dass es zeitlich nicht geht. Schade, denn das hätte ich mir doch sehr gern angehört und damit auf diese Weise die Brücke zwischen den Partnerstädten Leipzig und Hannover geschlagen.
So wünsche ich Ihnen einen brillanten Hörgenuss und dadurch eine gute Vorbereitung auf die WM Spiele und die Nationalhymnen jeweils vorher. Ich bin mir sicher, sie werden sie nach diesem Konzert anders hören als früher.
Absolut passend finde ich auch die Unterstützung der Obdachlosenprojekte der Caritas und Diakonie in Hannover in diesem Zusammenhang.
Bleiben sie weiter am Ball im Blick auf die Fußball WM und auch in kreativen Ideen für tolle Orgelmusik zur Freude der Hörenden und zur Unterstützung sozialer Projekte!
Und bleiben Sie weiter am Ball bei der Unterstützung der Obdachlosenprojekte der Caritas und Diakonie in Hannover.

Mit herzlichen Grüßen aus Leipzig
Ralph Kochinka
Propst von St. Trinitatis Leipzig

Das Konzert-Team (Foto: Michael Galle)
Das Konzert-Team - Vordere Reihe (v.r.): Andreas Bulitta, Hartmut Stiller, Herbert Stürwold, Propst Wolfgang Semmet, Prof. Thomas Lennartz, Diakoniepastor Friedhelm Feldkamp, Christa Dahn, Hannelore Clasing
Hintere Reihe (v.l.): Winfried Dahn, Bianca Ebest, Christian Weske, Marcus Ebest, Joachim Rebel, Frank Heering, Anne Hellman

St. Augustinus
Links & Adressen
Prof. Thomas Lennartz an der Lobback-Orgel (Foto: Michael Galle)
Prof. Thomas Lennartz an der Lobback-Orgel
Thomas Klapproth, Freidrich Feldkamp und Wolfgang Semmet (v.l./Foto: Michael Galle)
Thomas Klapproth, Freidrich Feldkamp und Wolfgang Semmet (v.l.)
Dankeschön an die Mitwirkenden (Foto: Michael Galle)
Dankeschön an die Mitwirkenden
Besonderer Dank an Prof. Thomas Lennartz (Foto: Michael Galle)
Besonderer Dank an Prof. Thomas Lennartz
Musik in St. Augustinus
Artikel: Winfried Dahn
Fotos: Michael Galle
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