Musik in St. Augustinus

[Zurück][Übersicht][Gästebuch][Email][Email Formular][Newsletter][Chat][Suche][Impressum]

Vorhang für die Musik in St. Augustinus
Prof. Wolfgang Seifen improvisiert sieben Nationalhymnen weltmeisterlich

Etwas später als geplant begann das achte Benefizkonzert in der internationalen Konzertreihe "Musik in St. Augustinus" zugunsten des Straßenkinderprojektes der Salesianer Don Boscos in Brasilien und Indien. Meldungen über den Ministerpräsidenten Christian Wulff brachten das Programm von NDR "Hallo Niedersachsen" gehörig durcheinander, so dass die Gäste in der sehr gut gefüllten Ricklinger St. Augustinuskirche etwas warten mussten; sollten doch die Klänge der Englischen Nationalhymne vom Beginn des Orgelkonzertes und ein Interview mit dem künstlerischen Leiter der Konzertreihe, Winfried Dahn, direkt im Fernsehen übertragen werden.
Schon am Mittag wurde im Hörfunk des NDR 1 Radio Niedersachsen die "Plattenkiste" aus der St. Augustinuskirche übertragen. Rund 700.000 Hörer (lt. NDR) konnten sich so schon ein akustisches Bild vom abendlichen Konzert machen, da Prof. Seifen dort live improvisierte.


Vor Beginn des Orgelkonzertes „Hannover am Ball - Nationalhymnen der Fußball-Weltmeister zur WM 2006”

Aber dann ging es los, und wie! An der Lobback-Orgel lieferte Prof. Wolfgang Seifen ein Feuerwerk an aufregenden und anrührenden Melodien, die er bei sieben Improvisationen der Nationalhymnen der Weltmeister seit 1934 seinem Instrument entlockte. Darunter die Hymnen von England, Argentinien, Uruguay, Brasilien, Italien, Frankreich und Deutschland. Die Konzertbesucher folgten gebannt dem Hand- und Fußspiel auf den Tasten und Pedalen, welches per Kamera auf eine Videoleinwand übertragen wurde. Klang es in einem Moment wie ein zartes Kinderlied, fühlte man sich im nächsten schon in einen spannungsgeladenen Film oder anregendes Musical versetzt; worauf dann unvermittelt die bekannte Melodie der Hymne wieder heranschwoll.

Zwischen den Improvisationen rezitierten der Schauspieler Ernst-Erich Buder, vom Staatsschauspiel Hannover, und Pater Thomas Astan, Künstlerseelsorger aus Berlin, mal heitere, mal nachdenkliche Texte über die derzeitigen Themen Nr. 1: die Weltmeisterschaft und der Fußball.
Pater Astan leitet in seiner Funktion als 1. Vorsitzender des Vereins "Impulse aus Berlin" auch die Projekte für Straßenkinder, denen der Erlös von 1.681 Euro dieses Konzertes zugute kommen soll.
Thomas Astan: "Die Salesianer bieten Kindern im Moloch der Städte Bildung und Ausbildung an, sie zeigen ihnen Wege von der Straße, um ihnen die Chance zu einem geordneten Leben zu geben."


Prof. Wolfgang Seifen Pater Thomas Astan, Ernst-Erich Buder und Winfried Dahn

"Wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören. Dies gilt fürs Fußballspiel, wie auch für die Musik!", mit diesen Worten setzte Winfried Dahn, Initiator und Organisator der Konzertreihe, einen Schlussstrich unter seit 18 Jahren bestehende Musik in St. Augustus. Winfried Dahn führte weiter aus: "Meine Frau Christa und ich beenden heute die Konzertreihe wegen des langen Kulturkampfes, der sagte: Wir wollen keine Konzerte in St. Augustinus!"

Ein großer Konzertabend mit einem Rundumschlag zum Thema Fußball ging mit gehöriger Nachspielzeit zuende. Bei aller Zufriedenheit ein tolles Konzert erlebt zu haben, überwog zum Schluss doch die Bestürzung darüber, dass die Konzertreihe mit dieser Musik in St. Augustinus ihr Ende gefunden haben soll.

Lesen Sie hier auf Fidele Dörp in Kürze mehr zu den Hintergründen des plötzlichen Endes der internationalen Konzertreihe. Bis dahin diskutieren Sie mit in unserem Forum; schreiben Sie uns Ihre Meinung und mischen Sie sich ein!


[Artikel kommentieren | Alle Kommentare]
Ihr Kommentar am FideleFon: 0721 / 151 429 929 (Nur normale Gebühren)

Der Wortlaut

Wie sagt der Volksmund: Wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören. Heute ist es in der Reihe Musik in St. Augustinus am Schönsten. Meine Frau uns ich beenden mit dem heutigen 8. Benefizkonzert die Leitung der internationalen Konzertreihe Musik in St. Augustinus, die wir vor 18 Jahren gegründet haben. Die Reihe ist heute volljährig.

Wir hören mit dem ehrenamtlichen Engagement auf, um den jahrelangen Kulturkampf - insbesondere in den letzten Jahren - in den Gremien der Kath. Kirchengemeinde St. Augustinus mit dem Ziel: "Wir wollen keine Konzerte in der Kirche" ein Ende zu setzen. Ich möchte an dieser Stelle, allen, die ich im Gefecht der Arbeit verletzt haben sollte, um Entschuldigung und Nachsicht bitten.

J. S. Bach und die vielen anderen meister der Orgel- und Chormusik einen Aufführungsplatz in St. Augustinus gegeben zu haben, war eine große Ehre für uns. Was in 18 Jahren bis hin zum internationalen Konzertstandart erreicht wurde, ist nur möglich gewesen, dass sehr viele Menschen aus vielen Ländern und aus zahlreichen Institutionen engagiert mitgemacht haben - ohne groß zu fragen, was bekomme ich dafür. Auf der Rückseite des Konzertprogramms ist eine Übersicht der Aktiven und der Förderer der Reihe Musik in St. Augustinus aufgeführt. Ihnen gilt unser besonderer Dank für die 18-jährige Mitarbeit und Unterstützung. Viele von Ihnen sind auch heute unter uns.

Stellvertretend für alle möchte ich nur eine Person nennen, die sowohl die Lobback-Orgel und die Gründung der Reihe Musik in St. Augustinus ermöglicht hat: Unser ehemalige Pfarrer Pater Karl Fox. DANKE!

Erlauben Sie uns zum Schluss einen Wunsch äußern zu dürfen, sozusagen als Abschiedsgeschenk: Bitte unterstützen Sie großzügig die Straßenkinderarbeit in Brasilien von Pater Thomas Astan mit der heutigen Spende.

Wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören.
Heute ist es wohl am Schönsten.
Oder in der Sprache eines bekannten Fußballtrainers:
Ich habe fertig - Wir auch

Winfried und Christa Dahn


[Artikel kommentieren | Alle Kommentare]
Ihr Kommentar am FideleFon: 0721 / 151 429 929 (Nur normale Gebühren)

Reaktionen

St. Augustinus ohne seine Orgelkonzerte - ich kann es mir nicht vorstellen. Leider habe ich in der Mitteilung keinen Grund erkennen können...mehr

Auch mir ist nebulös geblieben, warum die Konzertreihe ein solch plötzliches Ende finden musste.
Gerade für die, die den gestrigen Abend erleben durften ...mehr

Das Aus der Reihe „Musik in St. Augustinus“ ist ein Verlust, der nicht nur den Stadtteil, sondern die ganze Region betrifft. Solch kulturelle Schätze müssen gehegt und gepflegt werden...mehr

Das Aus für die Musikreihe "Musik in St. Augustinus bestätigt den Trend, Kunst und Musik verflachen. Ricklingen hat mit dem Abbruch dieser Konzertreihe sein bekanntes musikalische Gesicht verloren...mehr

Musik in St. Augustinus

Prof. Wolfgang Seifen an der Lobback-Orgel
Links & Adressen

Pressegespräch: Prof. Wolfgang Seifen Winfried Dahn, Ernst-Erich Buder und Pater Thomas Astan (v.l.)

Autogrammstunde mit Prof. Seifen
Artikel: Fidele Dörp
Fotos: Ulrich Kütemeyer
Hettwer/Nöthel 2006