Fidele Dörp

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Sehr geehrte Frau Fidele Dörp

Von Oliver Nöthel

Diese Anrede steht in schöner Regelmäßigkeit in Emails. Und auch Briefe an Frau Fidele Dörp kommen dank Postrecherche im Internet an. Und „Fidele“ klingt ja auch nach einem weiblichen Vornamen – möglicherweise als Spitzname für eine „Friederike-Adele“ – und „Dörp“ kann als Nachname durchgehen. Spätestens im Impressum allerdings, würde man denken, fällt es auf, dass dort als Betreiber jemand ganz anderes steht. Aber weit gefehlt:

Sehr geehrte Frau Fidele Dörp!
Ich lebe seit vielen Jahren in Österreich und komme ursprünglich aus Hannover. Immer wieder zieht es mich in die Heimat und da man das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden sollte, möchte ich sie für mein Kindertheater interessieren. Gerne stehe ich für weitere Fragen zu ihrer Verfügung und würde mich über eine Einladung sehr freuen.

Guten Tag Frau Fidele Dörp,
bei der Suche nach Adressen für unsere Einladung zur jährlich stattfindenden Meisterschau, fand ich Ihre ansprechende und interessante Seite. Nun konkreter: Ich bin Lehrerin in der genannten Meisterschule und wir möchten den Kreis der kunstinteressierten (vor allen der jüngeren) Menschen, die unsere Meisterschau besuchen, mehr als bisher gezielt ansprechen. Vielleicht können Sie uns dabei helfen?

Sehr geehrte Frau Fidele Dörp
ich möchte mich für eine christliche Kunstausstellung in Ihrem Hause für das Jahr 2012 bewerben.

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der Nachrichten, die so alle paar Wochen im Email-Posteingang ankommen.
Größere Heiterkeit erregen ab und an die ausführlicheren Briefe an die gute Fidele. Dort enthalten sind zumeist Bitten, doch die eine oder andere Dienstleistung oder künstlerische Darbietung in unserem Etablissement anbieten zu dürfen sowie Vorstellungen und auch Lebensläufe der Anbieter. Diverse Kunst-Ausstellungen, Theateraufführungen, Chor- und Orchesterkonzerte, Kindernachmittage mit Clownsdarbietungen und Kinderschminken, Flöten-, Klarinetten-, Klavier- und sonstige Musikkurse hätten hier im kleinen Arbeitszimmer und den angrenzenden Wohnräumen in Hannovers Südstadt, wo das Fidele Dörp entsteht und täglich gepflegt wird, stattfinden können – wenn denn der Platz dafür gewesen wäre.
Auch die eine oder andere Bewerbung um einen Ausbildungsplatz ist dabei – von Pädagogin über Kosmetikerin bis zum Heizungs-, Gas-, Wasserinstallateur reicht die Palette der Ausbildungsplätze, die Fidele Dörp vermeintlich vorhält.

Gerade vor ein paar Tagen kam ein dicker Umschlag eines Musikverlages herein:

Sehr geehrte Frau Vorsitzende des Frauenchores

Ein ganzer Stapel von sog. Probepartituren war dabei, für die ich und Fidele aber keine richtige Verwendung haben – ganz abgesehen davon, dass Fidele schon so viel um die Ohren hat, dass die Leitung eines Chores das erträgliche Maß bei weitem übersteigen würde. (Wer Interesse an den Partituren hat, bitte melden!)

Schon das eine oder andere Mal drängte es sich mir bei der Lektüre der Nachrichten und Briefe förmlich auf eine Rubrik wie „Fragen Sie Frau Fidele“ online zu stellen oder einen fiktiven Lebenslauf zu schreiben. Bisher hat Fidele dazu aber immer „Nein“ gesagt!

Als das Internetportal Fidele Dörp vor zehn Jahren online ging, war der Name für das Ricklinger und Oberricklinger Internetangebot schnell gefunden. Die Beschreibung Ricklingens aus dem Lied „Hoch Ricklingen“ von Harry Borchers als „fidelet Dörp“ sollte es sein. Aufgrund eines Versehens bei der Domainbestellung fiel das T von „fidelet“ allerdings im Namen weg. Vielleicht gäbe es mit T weniger lustige Emails und Briefe?

Zum Schluss hat Frau Fidele Dörp selbst das Wort: „Ich möchte klarstellen: Es gibt mich nicht!“

10 Jahre Fidele Dörp
Links & Adressen
Artikel: Oliver Nöthel, Fidele Dörp
Nöthel 2012