Stadtbezirk Ricklingen

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Einrichtung eines Seniorenspielplatzes im Stadtbezirk Ricklingen

Lieselotte Loft schreibt im Fidelen Dörp über den Vorschlag des Bezirksbürgermeisters Andreas Markurth im Stadtbezirk Ricklingen den ersten sogenannten Seniorenspielplatz in Hannover einzurichten.

Nachdem in den Medien doch schon recht ausführlich über das Vorhaben berichtet und auch in der Bezirksratssitzung vom 7.6.2007 offiziell der Antrag gestellt und die Idee überzeugend vorgebracht wurde, hatte ich in der Zwischenzeit ja Gelegenheit, mir hierzu Gedanken zu machen. Schließlich gehöre ich ja auch der Gruppe der Senioren an, die gerne noch lange in der gewohnten, eigenen Umgebung leben würde, den Wunsch nach Beibehaltung der Selbständigkeit haben und auch am gesellschaftlichen Leben teilhaben möchte. Wichtig ist natürlich auch die Erhaltung der Mobilität, wenngleich man trotz vielfacher Bemühungen nicht immer gesundheitsbedingte Beschränkungen abwenden kann. Ich sehe die positivste Seite darin, dass etwas für Senioren auf die Beine gestellt werden soll.

Von daher spricht mich diese Idee sehr an, gemeinsam Aktivitäten zu betreiben um zu versuchen, sehr lange geistig und körperlich mobil zu bleiben. Ich hatte auch das Empfinden, dass die weitaus meisten Bezirksratsmitglieder dem Vorschlag positiv gegenüber standen.

Lassen wir nun wirklich mal das unglücklich gewählte Wort: Seniorenspielplatz außen vor und sehen es notfalls als 'Arbeitstitel' an, für diejenigen, die sich mit der Umsetzung des Planes beschäftigen. Ein ansprechenderes Wort, das keine missverständlichen Vorstellungen erweckt, kann ja noch auf anderem Wege gefunden werden. Zum Beispiel könnte man einen Ideen-Wettbewerb (mit nützlichen, kleinen Preisen) für eine geeignete Wortfindung veranstalten, wodurch man auch gleichzeitig den Effekt hat, auf die Planung einer solchen Einrichtung aufmerksam zu machen und das Interesse zu wecken.

Nun denkt sicherlich der geneigte Leser, irgendwann muß doch nun ein 'aber' kommen. Ja, kommt es auch, wobei ich der Idee keinesfalls einen negativen Touch geben möchte, sondern einfach nur ein paar Sachen zu bedenken gebe.

So eine Einrichtung ist mit Sicherheit nicht billig, einmal in der Beschaffung von Gerätschaften und dann auch in der Erhaltung. Daher muß man sich auch ziemlich sicher sein können, dass sie wirklich angenommen wird, denn wie oft stellen wir im privaten Bereich fest, dass etwas gekauft wird, von dem man glaubt, dass es freudig von sich selbst und den Familienmitgliedern genutzt wird, und dann steht es rum und es hat nur Mühe, Geld und Arbeit gekostet. Das Interesse könnte man ggf. durch eine Meinungsumfrage herausfinden. (In Sozialverbänden, Kirchengemeinden, Altenheimen, usw.)

Die Annahme dieses Projektes von der Zielgruppe scheint mir ein entscheidender Punkt zu sein. Ich habe die Gelegenheit genutzt, einmal in meinem Bekanntenkreis ohne Hinweis darauf den Trend zu testen, und bin eigentlich zu dem Ergebnis gekommen: solange die körperliche Mobilität noch vorhanden ist, hat von den 10 "ein bisschen unter die Lupe" genommenen Personen zwischen 70 und 86 Jahren jeder für sich seine Aktivitäten gefunden, denen er oder sie regelmäßig nachgeht. Ob es nun ein Schwimmtag ist, ausgiebige Spaziergänge, mal Treffen in einem Lokal zum Klönschnack mit Kaffee und Kuchen, Tagesfahrten mit Wanderungen an den Zielorten, Radfahren, turnusmäßige Treffen in Gemeindehäusern und Teilnahme an Reisen, Gartenarbeit als Hobby oder auch manchmal notgedrungen, usw. Und leider (oder erfreulicherweise) war niemand darunter, der nun sehnsüchtig auf eine weitere Aktivität wartete.

Das Problem ist es meines Erachtens, dass eine gewisse Isolierung und Vereinsamung bei jenen Senioren entsteht, die schon in ihrer Beweglichkeit beeinträchtigt sind. Hier kommt ggf. ein solcher Platz mit den geplanten Aktivitäten und für Kommunikation dann kaum mehr zum tragen. Dort müsste ein anderer Ansatz gefunden werden, wie man ihnen das Gefühl vermitteln kann, auch im Alter noch mit dazu zu gehören. Da werden wir auf die Mithilfe ehrenamtlich tätiger Mitmenschen unumgänglich angewiesen sein. Ob wir vielleicht doch dahingehend intensiver unser Augenmerk richten sollten?

Ich weiß nicht, wie es in Schöningen organisiert ist, wo schon längere Zeit eine solche Einrichtung existiert. Vielleicht sind auch dort die Strukturen anders oder das Angebot an Freizeitgestaltung nicht wie in einer Großstadt, aber ich habe das Empfinden, dass ggf. auf solchen Plätzen eine gewisse Aufsicht zweckmäßig wäre. Einmal könnten, aus welchem Grunde auch immer, kleinere Unfälle passieren oder es gibt auch immer mal Leute, die mit ihrer Kraft nicht wissen wohin, und mutwillig etwas demolieren, wobei dann entweder Verletzungsgefahren entstehen können oder Funktionsstörungen an den Geräten eintreten.

Wir sind ja auch bezüglich der Nutzung anderer Plätze in der Nähe etwas vorgewarnt, d.h. es müsste ja auch weitgehend sichergestellt sein, dass dieser Raum den dafür vorgesehenen Aktivitäten vorbehalten bleibt, und ggf. keine ähnliche Situation eintritt, wie wir sie mit einem anderen Platz bedauerlicherweise erfahren mussten, wenn auch stetig große Bemühungen, durch Organisationen unterstützt, laufen, die unangenehmen Begleiterscheinungen zu mindern oder nicht aufkommen zu lassen.

Um weiterhin bei dem ursprünglichen Plan zu bleiben, einen Raum für die Aktivitäten unserer älteren Mitbürger zu schaffen, wäre es vielleicht auch hilfreich, z. B. die Polizei mit in den Kreis derer einzubeziehen, die den Senioren an bestimmten Tagen hilfreiche Tipps vermitteln. Ich denke da mehr an nützliche Hinweise, wie man sich halbwegs ungefährdet im alltäglichen Straßenverkehr bewegt. Wir haben ja nun oft genug von Unfällen mit Straßenbahnen oder Rad- und Autofahrern gelesen, die schlimme Folgen hatten, und oftmals durch Unachtsamkeit oder Unterschätzung der eigenen Kräfte oder Mobilität geschehen sind.

Ich bin jedoch sehr zuversichtlich, wenn auch eine Zusammenarbeit mit jenen Organisationen erfolgt, die ohnehin schon Senioren betreut, die ihre Anliegen und Bedürfnisse besser beurteilen können, wird die Idee bzw. die Umsetzung ein Erfolg werden. Trotz der vorgebrachten Bedenken, oder Dinge, die man nicht außer Acht lassen sollte, stehe ich dem Vorschlag sehr positiv gegenüber.

Gute Erfolge bei der zu erhoffenden problemlosen Umsetzung

wünscht
Lieselotte Loft

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Artikel: Lieselotte Loft
Nöthel 2007