10 Jahre Jugendbegegnungsprojekt
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Ja, Europa verbindet!

Im Ricklinger Don-Bosco-Haus begann am Donnerstag Morgen, den 25. September 2003, mit leichter Verspätung die Tagung anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Jugendbegegnungsprojektes Hannover - Oswiecim unter dem Titel "Europa verbindet! Verbindet Europa?".

Winfried Dahn
Winfried Dahn
Winfried Dahn, der die Tagung leitete, begrüßte über 80 Teilnehmer und Gäste im neuen Saal des Don-Bosco-Hauses an der Göttinger Chaussee. Neben den beiden Schirmherren der Veranstaltung, Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg und Stadtpräsident Janusz Marszalek, hieß W. Dahn besonders die drei anwesenden Zeitzeugen Jozef Stos, Josef Hordynski und Dr. Mlynarski herzlich willkommen.
Er schloss seine kurze Begrüßungsrede mit einem Zitat Adornos, der am 11. September diesen Jahres 100 Jahre alt geworden wäre: "Dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die aller erste an Erziehung."

Danach folgten die Grußworte der beiden Schirmherren, Dr. h.c. Herbert Schmalstieg und Janusz Marszalek, sowie vom Leiter der Berufsbildenden Schule 6 der Region Hannover, Christian Postel.

H. Schmalstieg, W.Dahn und G. Grzonka
Herbert Schmalstieg, Winfried Dahn und Grzegorz Grzonka

Herbert Schmalstieg
Herbert Schmalstieg
Herbert Schmalstieg begann seine Rede mit der Feststellung: "Ja, Europa verbindet!"
Gerade im Hinblick auf die bevorstehende Erweiterung der Europäischen Union - Polen tritt am 1. Mai 2004 dem Staatenbund bei - müsse gerade auch bei der jungen Generation darauf hingearbeitet werden, dass Verständnis füreinander zu fördern und bestehende Vorurteile abzubauen. H. Schmalstieg: "Wir sitzen in Europa alle in einem Boot und rudern hoffentlich alle in die gleiche Richtung."

Janusz Marszalek
Janusz Marszalek
Stadtpräsident Janusz Marszalek sagte gleich zu Anfang seines Grußwortes, dass das Tagungsthema "Europa verbindet! Verbindet Europa?" wohl als eine provokative Aussage aufzufassen sei, zumal sein Land seit mehr als 800 Jahren mit dem europäischen Kulturkreis eng verbunden sei. J. Marszalek: "Polens Schicksal ist mit Europa verbunden und umgekehrt." Zum Abschluss wünschte J. Marszalek allen Tagungsteilnehmern einen guten Verlauf der Seminare und, dass alle viele gute Eindrücke mit nach Hause nehmen können.

Christian Postel
Christian Postel
Christian Postel richtete die ersten Worte seiner Rede an den Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg, der die Veranstaltung wegen dringender Termine vorzeitig verlassen musste: "Tschüss Herbert! Und sorge für einen guten Haushalt in Hannover."
C. Postel betrachtete vor allem den Aspekt der Kommunikation zwischen den Teilnehmern an den Jugendbegegnungen. "Menschen begegnen sich und können sich in die Augen schauen."
Abschließend dankte er seinen Kollegen, den Erziehern und Lehrern, die dieses Projekt seit 10 Jahren tragen und weitertragen werden.

Grzegorz Grzonka
Grzegorz Grzonka
Nach den Grußworten hielt Grzegorz Grzonka, der Koordinator des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes (DPJW) einen Vortrag über den internationalen Jugendaustausch. Er gratulierte nochmal zum 10-jährigen Bestehen des Jugendbegegnungsprojektes Hannover - Oswiecim, nicht nur als Leiter der Programmabteilung des DPJW, sondern auch als gebürtiger Oswiecimer. Danach ging er kurz auf die Entstehungsgeschichte des Jugendwerkes ein und verwieß dabei auf die Tatsache, dass dies die erste binationale Organisation dieser Art in Polen gewesen sei. Nach der Zusammenfassung der Ziele und Arbeitsweisen des DPJW schloss G. Grzonka seinen Vortrag mit den Worten: "Europa ist nicht nur ein gemeinsamer Wirtschaftsraum!"

Die im vorangegangen Vortrag und den Grußworten angesprochenen Themen wurden anschließend in vier Arbeitskreisen intensiver bearbeitet. Neben Gesprächen mit Zeitzeugen und Spurensuche in der Region, gab es Diskussionen zu berufspraktischen Projekten, zum internationalen Jugendaustausch und zur historisch-politischen Bildung in Gedenkstätten. Die Arbeitsgruppe "Europäische Vergangenheitsbewältigung als Orientierungswissen für die Zukunftsgestaltung" musste leider wegen der Erkrankung des Referenten Andreas Kilian ausfallen.

Podiumsdiskussion
W.Dahn, J.Riechers, J.Marszalek, H.Obenaus, A.Pohle,
I.Henneberg, G.Grzonka (v.l.)

Der Nachmittag begann mit einer Podiumsdiskussion über die Arbeit des Jugendbegegnungsprojektes in den vergangenen 10 Jahren. Die Leitung der Diskussion hatte Prof. Dr. Herbert Obenaus. Prof. Obenaus lehrt am geschichtlichen Seminar der Universität Hannover und ist Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Gedenkstätten in Niedersachsen. Außerdem diskutierten Ilse Henneberg (KGS Stuhr-Brinkum), Janusz Marszalek, Grzegorz Grzonka, Jürgen Riechers (Schülerberatung Amt 51 an der BBS6) und Albrecht Pohle mit auf dem Podium. Albrecht Pohle ist Ministerialrat im Niedersächsischen Kultusministerium; er war zuvor als Gymnasiallehrer in den Fächern Geschichte und Französisch tätig. Heute beschäftigt er sich vorwiegend mit pädagogischen Grundsatzfragen und der Setzung von Bildungsstandarts.
Jürgen Riechers sagte zum Ende der ziemlich einvernehmlichen Diskussion: "Im beeindruckenden Erfahrungsfeld Auschwitz erfahren die Jugendlichen in 14 Tagen, was man in 2 Jahren nicht rüberbringen kann."

Danach überreichten J. Riechers und W. Dahn den Mitgliedern und Helfern der Werkstatt Süd des evangelischen Stadtkirchenverbandes Hannover einen Kalender des Wurzener Netzwerkes für Demokratische Kultur - gestaltet von Leipziger Kunststudenten - für die gute Bewirtung der Tagungsgäste. Der Kauf eines solchen Kalenders unterstützt den Bau des Begegnungszentrums des Netzwerkes in Wurzen.

Nach Beendigung der Podiumsdiskussion wies Tagungsleiter Winfried Dahn noch auf das öffentliche Abschlusskonzert der Tagung am Abend in der St. Augustinuskirche hin.
Der Hannoversche Oratorienchor unter der Leitung von Prof. Andor Izsák brachte in einem kommentierten Konzert jüdische liturgische Musik zu Gehör.

Überschattet wurde die Veranstaltung leider durch den Diebstahl eines Laptops und eines Beamers, woraufhin die Polizei eingeschaltet wurde.

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Kommentar von Jürgen Riechers am 01.Oktober.2003 - 23:31:20
Präsident Marszalek hat Prof. Andor Izsak und den Hannoverschen Oriatorienchor offiziell zum 60. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau am 27.01.2005 eingeladen...mehr

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St.Augustinus / Don-Bosco-Haus

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10 Jahre Jugendbegegnungsprojekt Hannover-Oswiecim
Tagung am 25. September 2003 im Don-Bosco-Haus
Schirmherrschaft:
Dr. h.c. Herbert Schmalstieg
Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover
Janusz Marszalek
Präsident der Stadt Oswiecim
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Begrüßungskaffee & Ausstellung
Begrüßungskaffee & Ausstellung
H.Schmalstieg, W.Dahn und H.Obenaus
Herbert Schmalstieg, Winfried Dahn und Herbert Obenaus betreten den Saal

C.Postel, H.Obenaus (verd.), H.Schmalstieg, J.Marszalek, J.Stos, J.Hordynski, Dr.Mlynarski (v.r.)
Theodor W. Adorno
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Werkstatt Süd
Hildesheimer Str. 169
30173 Hannover
Tel.: 0511/836631
  0511/84422423
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W.Dahn mit Prof.H.Obenaus
Winfried Dahn mit Prof.Dr. Herbert Obenaus
Tischrede des Präsidenten
Tischrede des Präsidenten J.Marszalek, Propst Klaus Funke (li) und Prof. Andor Izsák (re) am Vortag (1)
J.Riechers, J.Stos und Dr.Mlynarski
J.Riechers im Gespräch mit den Zeitzeugen J.Stos und Dr.Mlynarski (2)
Hannoverscher Oratorienchor
Oratorienchor Hannover unter der Leitung von Prof. Andor Izsák (3)
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Text: Fidele Dörp
Fotos: Ulrich Kütemeyer, Fidele Dörp
Foto Don-Bosco-Haus: St. Augustinus
Fotos 1-3: Jürgen Riechers

[Online 29.09.2003] Letzte Änderung am 01.03.2006Diese Seite wurde hergestellt von Hettwer/Nöthel [Impressum]