Klassentreffen
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"Besteigen der Mauer verboten"
Nach 40 Jahren macht die Klasse 9b wieder etwas Verbotenes!

Es war einmal eine Schulklasse. Die Klasse 4b der Volksschule am Martensplatz in Oberricklingen: 13 liebe Mädchen und 18 brave Jungen mit ihrem geschätzten Klassenlehrer, den die Klasse liebevoll "Opa Sieg" nannte.

1958: Klasse 4b
1958: Klasse 4b und "Opa Sieg" vor der Martensplatzschule
Vor langer, langer Zeit wurden die Mädchen und Jungen aus der Volksschule in das raue Arbeitsleben entlassen. Vor genau 40 Jahren. Zu jener Zeit nahm man noch Bildung ernst. Damals wurde die Pflichtschulzeit von acht auf neun Jahre verlängert. Die Klasse 9b war der erste Jahrgang, der davon profitierte. Sicherlich nicht zum Nachteil der Schülerinnen und Schüler der Martensplatzschule. Denn Bildung ist immer noch der Meilenstein zur persönlichen und beruflichen Entwicklung.

So kam es, dass die Schüler zur Klasse 9b aufsteigen konnten und alle Absolventen der Volksschule auch einen Ausbildungsplatz z.B. als Elektriker, Einzel- und Großhandelskaufmann bekamen.

Schule, Arbeit und Enkelkinder waren nun nach 40 Jahren beim Wiedersehen der Klasse 9b das Thema. Diesmal waren die Mädchen beim Klassentreffen in der Überzahl. Denn es kamen nur vier Männer - aber was für Männer! Sie hatten alle Hände voll zu tun. Denn die Restklasse 9b begab sich zum Ursprung des Treffens zur ehemaligen Schule am Martensplatz in Ricklingen. Und das bei Einbruch der Dämmerung in fröhlicher Laune nach gutem Essen im Ricklinger Gasthaus Anno 1901.

Ganz im Sinne des modernen pädagogischen Ansatzes "Öffnung von Schule" standen sie frischen Mutes - 13 ausgewachsene Schülerinnen und 4 bärenstarke Schüler vor dem verschlossenen Schulhof und kamen nicht hinein.
2003: Restklasse 9b
2003: Restklasse 9b vor verschlossener Schule
Was tun, wenn man unbedingt wieder einmal nach 40 Jahren seinen alten Schulhof freiwillig betreten möchte - aber unangemeldet es nicht darf. Wie in alten Tagen machten wir uns Mut und erinnerten uns alle an ein probates Mittel in der Schulzeit: Spaß macht was verboten ist!

So kam es wie es kommen musste, die vier bärenstarken Männer nahmen die leichtgewichtigen Frauen einfach auf den Arm. Und schneller als die Frauen denken konnten waren sie auf der anderen Seite des Schulhofes. Einige der ehemaligen Schülerinnen, sicherlich nur die mit der Note EINS in Sport, schafften es auch ohne männliche Hilfestellung über die Mauer zu steigen.

Zu aller Erschrecken sahen sie dann auf der überstiegenen Mauer zum Schulhof das innen angebrachte Warnschild: "Besteigen der Mauer verboten".
"Mein Gott", dachten sie, "jetzt sind wir auf der richtigen Seite und dürften es eigentlich nicht sein."

Es entstand eine Konfliktsituation. "Hoffentlich sieht uns keiner, und hoffentlich müssen wir nicht am nächsten Tag zur Rektorin. Und welche Strafe erwartet uns dann? Schulhof säubern, Flure reinigen, Tafel putzen wie früher. Und, und..."

2003: Die mutigen Mädchen und Jungen der Klasse 9b vor dem Eingangsportal (1)
Die Anspannung legte sich jedoch beim Aufstellen vor dem Eingangsportal der Martensplatzschule, um das obligatorische Erinnerungsfoto für das Album und als Beweisfoto aufzunehmen. "So was machen wir (nie) wieder;" gelobten sie alle auf den Weg zur Gaststätte zum weiteren Klönen und Planen für das nächste Klassentreffen im Jahr 2004.

Dann feiern sie nicht die Entlassung aus der 9. Klasse, sondern 50 Jahre Einschulung in die Martensplatzschule - und das mit gefüllter Zuckertüte. Leider werden unsere alten geschätzten Klassenlehrer Herr Sieg und Herr Heuer nicht mehr dabei sein können.

Jedenfalls wird sich die Klasse 9b bei der Schulleitung der OS Martensplatz rechtzeitig anmelden, um ganz legal mit ruhigem Gewissen den Schulhof betreten zu dürfen.

Fazit: Das Treffen der Klasse 9b zum 40. Jahr nach der Entlassung aus der Volksschule Martensplatz hat viel Freude gemacht, daran werden sich 13 Frauen und 4 Männer noch lange lustvoll erinnern: Verbotenes macht auch im Alter viel Spaß.

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 Infos & Bilder
Damenrede
Damenrede: 40 Jahre nach der Entlassung aus der 9. Klasse
Winfried Dahn ist künstlerischer Leiter der Musikreihe „Musik in St. Augustinus“ & Organist
Tel.:0511/413941
Fax:0511/413938
Email
Text: Winfried Dahn
Fotos: Wilfried Trimborn
Foto (1): Winfried Dahn

Kommentare
[Ulla - 21.04.2003]
Ich wahr das nicht !!!!!!!!

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[Moni - 23.04.2003]
Immer noch sportlich, oder???? Es war ein sehr schöner Abend. Bis zum nächsten Mal. Monika

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[W. Trimborn - 23.04.2003]
Es ist doch ganz nett mal am PC seine alten Klassenfreunde zu sehen und auch über sich selbst zu schmunzeln ! Schön das es die Möglichkeit gibt ! W. Trimborn

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[Annina Di Niro - 24.04.2003]
Hallo, ich bin die Tochter von Helga. Zu der Kletteraktion möchte ich bemerken, dass meine Mutter mit Sicherheit keine Eins in Sport hatte, dafür aber im Wandern und Bergsteigen, wenn das als Unterrichtsfach angeboten würde...das Mauerkraxeln war also eine ihrer leichtesten Übungen!

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[Hendrik Rust - 25.04.2003]
Unglaublich! Niemals hätte ich vermutet, daß meine Mutter verbotene Klettereien auf Schulmauern unternimmt. Allerdings nicht, nur weil es verboten ist... Viele Grüße auch von Sigrid!

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[Fritz Nasemann - 26.04.2003]
Danke für Eure Mühe, den Text und die Fotos ins Internet zu stellen. So konnte auch ich noch nachträglich am Klassentrefen teilnehmen. Danke!

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[Online 19.04.2003] Letzte Änderung am 11.07.2004Diese Seite wurde hergestellt von Hettwer/Nöthel [Impressum]
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