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In Niedersachsen soll nun endlich eine Landesmusikakademie aufgebaut werden, für die der Landesmusikrat seit 25 Jahren kämpft, wie sein Präsident, Prof. Dr. K. J. Kemmelmeyer, mitteilte.
Um die Finanzierung zu unterstützen, wird es jetzt eine Reihe von Benefizkonzerten geben, für dessen erstes Konzert die St. Augustinusgemeinde Ricklingen ihre Kirche zur Verfügung gestellt hatte. Unter der künstlerischen und organisatorischen Leitung von "Musik in St. Augustinus" und ihrem Künstlerischen Leiter Winfried Dahn waren am 29. März vier hochkarätige Chöre zum Konzert zusammen gekommen und stellten Glanzstücke ihrer Repertoires vor.
 Prof. Dr. K. J. Kemmelmeyer und Winfried Dahn mit dem Kehrwieder - Kinderchor
Der Mädchenchor Hannover unter Leitung von Gudrun Schröfel präsentierte virtuos und im Schwierigkeitsgrad kaum zu übertreffen zum Beispiel von Alfred Koerppen "Zauberwald". Hier kamen die Lust am Singen, der Spaß beim Singen und komödiantischer Übermut fühlbar zur Geltung. Klangfülle und Stimmkultur weisen diesen Chor immer wieder als eines der besten Vokalensembles Europas aus. Neben Koerppen waren Stücke zu hören quer durch die Jahrhunderte, darunter auch von Arvo Pärt aus Estland "zwei beter", eine Komposition, die Pärt eigens für den Mädchenchor geschrieben hat.
 Mädchenchor Hannover
Im Chorklang genau so zur Spitzengruppe gehört der "Johannes - Brahms - Chor aus Hannover, ebenfalls von Gudrun Schröfel geleitet. Dies ist ein semiprofessioneller Kammerchor, der stilistisch sauber von Johannes Brahms Stücke aus dem Zyklus "Lieder und Romanzen op. 93a" vortrug, später noch die rhythmisch schwer zu bewältigenden "Flower Songs" von Benjamin Britten.
 Johannes - Brahms - Chor Hannover
Eröffnet wurde das Programm vom "Kehrwieder - Kinderchor Söhlde" (Hildesheim), der schon einige Male zu den Preisträgern des "Deutschen Chorwettbewerbes" gehörte. Die etwa 60 Jungen, Mädchen und jungen Erwachsenen standen an diesem Abend unter der Leitung von Hans-Dieter-Lubrich. Zu hören waren gut ausgefeilte Stücke aus vielen Ländern und einigen Epochen. Das jugendliche Ensemble sang gleichermaßen klangvoll und rhythmisch sicher Melodien aus Afrika wie auch von Bach (Wohl mir, dass ich Jesum habe) und Mozart (Ave verum corpus).
Dann traten an diesem Abend noch Gäste aus Nordrhein-Westfalen auf, der à Capella Männerchor "BAD BOYS" Dortmund, Leitung Hans Frambach. Die führten die Zuhörer ein in den vielstimmigen Harmoniegesang der Barbershopmusik, der aus Amerika kommt und ungemein swingt, der sich von Hits und Evergreens nährt wie zum Beispiel "Hello Mary Lou". Mit viel fröhlichem Mut, aber auch sicherem Können, zogen die "Boys" ihre Show ab.
 BAD BOYS Dortmund
In dieses bunte Gesamtprogramm hatten die Veranstalter noch eine fulminate Orgeldarbietung auf der Lobback-Orgel eingeschoben. Der Landessieger Niedersachsen von "Jugend musiziert" für Orgel, gleichzeitig auch Gewinner des Förderpreises "Musik in St. Augustinus", Matthias Neumann aus Rinteln, bespielte die Orgel bis fast an die Grenze ihrer Möglichkeit mit seiner temperamentvollen Darbietung der Choralfantasie "Eine feste Burg ist unser Gott" von Max Reger.
Die Zuhörer in der nahezu voll besetzten Kirche, obwohl von der Menge und Vielfalt an Musik stark gefordert, brachten zum Schluß allen Mitwirkenden, die auf ihre Gage verzichtet hatten, eine lange standing ovation.
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Infos
 Musikkritiker Gerd Bösenberg
Text: Gerd Bösenberg
Fotos: Reinhard Pubnaz
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